Reisereportage
Transsibirische Bahn

  • Die osteuropäische Ebene, die Taiga
  • Der Baikalsee, die legendäre Wüste Gobi
Loisirs

2011
Transsibirische Eisenbahn
Eines der letzten grossen Abenteuer

Die Transsibirische Eisenbahn ist die längste durchgehende Eisenbahnverbindung der Welt und die Hauptverkehrsachse von Russland. Sie hat eine Länge von 9288 Kilometern mit mehr als 80 Stationen von Moskau nach Wladiwostok am Pazifik. Auf der gesamten Strecke gibt es insgesamt 396 Bahnhöfe. Wie bei den meisten Eisenbahnstrecken in Russland wurde auch hier die sogenannte russische Breitspur mit einer Spurweite von 1520 mm verwendet. Von der Transsibirischen Eisenbahn zweigen Strecken nach Zentralasien, in die Volksrepublik China, die Mongolei und nach Nordkorea ab. Westliche Touristen nutzen gern die Züge nach Peking, entweder über die transmongolische Magistrale (bei Ulan Ude) oder die transmandschurische Magistrale (bei Irkutsk). Die Transsibirische Eisenbahn wurde gebaut, weil Russland in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Ausbeutung der sibirischen Reichtümer nicht länger nur auf Pferdefuhrwerke und Lastkähne setzen konnte. Bereits in den 1870er Jahren gab es erste Pläne für eine Eisenbahn durch ganz Sibirien. Ursprünglich sollten einzelne Teilstrecken mit einer modernisierten Flussschifffahrt kombiniert werden, doch Zar Alexander III entschied sich schliesslich für eine Gesamtlösung mit der Bahn – die Transsib.

Von Moskau bis nach Peking ist ein Erlebnis sondergleichen.
9'288 Kilometer Abenteuer

Die legendäre Transsibirische Eisenbahn, kurz auch Transsib genannt, ist eine der berühmtesten Bahnstrecken der Welt. Die Reise führt von Moskau bis Ulan Ude, von hier aus bieten sich verschiedene Möglichkeiten, zum Beispiel mit der Transmongolischen Eisenbahn nach Peking. Die Reise führt durch die schier unendlichen Weiten Sibiriens und bringt den Weltenbummlern und Abenteurern die verschiedenen Kulturen der angefahrenen Destinationen näher.

Begegnungen im und um den Zug

Im normalen Zug der Transsibirischen Eisenbahn treffen Touristen auf andere Touristen sowie auch Einheimische, was der Reise ein ganz besonderes Flair verleiht. In jedem Wagen gibt es Zugbegleiter, die von Billetkontrolle, über Reinigungsarbeiten bis zur Instandhaltung der Zimmer alle Aufgaben übernehmen.
Die Züge sind in 1. und 2. Klasse Wagen unterteilt. In der 1. Klasse finden sich Zwei-Bett-Abteile, in der 2. Klasse finden sich vier Betten pro Abteil.
Die Fahrscheine für Abfahrten ab einem russischen Bahnhof kommen erst 45 Tage vor Abreise in den Handel. Die Schweizer Bahnreiseanbieter nehmen die Reservationen aber gerne auch früher entgegen, um die Beschaffung für die Zugsgäste in die Wege zu leiten. Unterwegs wird im Zug gegessen. Dafür wird ein Speisewagen mitgeführt und an den Bahnhöfen können Esswaren und Getränke bei den Einwohnern eingekauft werden.

Der Weg ist das Ziel

Der Schienenweg führt von Moskau über Novosibirsk nach Irkutsk, Ulan Ude, Ulan Bator und Datong und endet schliesslich in der chinesischen Metropole Peking. Die Zugfahrt kann selbstverständlich auch in umgekehrter Richtung von China nach Russland unternommen werden.
Von Moskau bis zum Ural führt die Zugfahrt durch die Osteuropäische Ebene, vorbei an wunderschönen Wäldern und Wiesenlandschaften. Nach der Überquerung des Ob erreicht der Zug die sibirische Hauptstadt Novosibirsk, die mit 1,5 Millionen Einwohnern die grösste Stadt Sibiriens ist. Für Zugsfreunde empfiehlt sich zum Beispiel der Besuch der Eisenbahn-Freilichtausstellung. Hier können gut erhaltene Loks, Eisenbahnwagen und Schneepflüge bestaunt werden, die einst auf der Strecke der Transsib im Einsatz standen.
Die Reise führt weiter durch die Taiga mit ihren Wäldern aus Birken, Espen und Erlen. Die Hälfte der Strecke ist zurückgelegt wenn der Zug in Irkutsk, dem «Paris Sibiriens», einfährt. Die Stadt, die einst durch den Goldrausch im 19. Jahrhundert aufblühte, besticht heute vor allem durch ihr buntes Treiben in den Strassen und die schön restaurierten Gebäude. Wer hier einen Aufenthalt einplant, sollte es nicht verpassen, den nahegelegenen Baikalsee zu besuchen.
Die folgende Bahnstrecke ist eine der schönsten der ganzen Reise. Der Zug windet sich durch die hügelige Landschaft entlang des Baikalsees und begibt sich auf den Weg in Richtung Mongolei – nach Ulan Bator. Die Landschaft hat sich von lichten Waldlandschaften zu kargem Buschland verändert und in der Ferne liegen die kleinen mongolischen Jurten-Dörfer.
Der Zug verlässt die mongolische Hauptstadt, durchquert die legendäre Wüste Gobi und macht sich schliesslich auf chinesischem Boden auf in Richtung Peking. In der ehemaligen Kaiserstadt endet die Zugfahrt schliesslich. Auf alle Fälle sollten noch einige Tage in Peking angehängt und einen Ausflug zu den Ming-Gräbern oder der grossen Mauer unternommen werden.
Die Reisedauer ist je nach Anzahl und Dauer der Aufenthalte unterschiedlich. Je nach Reiseveranstalter können auch die Angebote variieren. Unter anderem kann zum Beispiel in exklusiv für die Reisegruppe gecharterten 1. Klass-Zugwagons gereist werden. Diese werden an den Zug angehängt und je nach Länge des Aufenthalts in einer bestimmten Destination abgehängt und ein paar Tage später an einen anderen Zug wieder angehängt werden.