Im unbekannten Portugal
Die Provinz Alentejo, etwas weniger besucht als die Algarve, bietet Naturlandschaften zuhauf, unzählige Gästehäuser, spannende Weingüter und historische Städte.
Die meisten Feriengäste Portugals zieht es ganz in den Süden des Landes, nach Lissabon oder in die Region Porto, während der Rest des Landes fast unbeachtet bleibt. Ein Glück für all jene, die lieber etwas weniger touristische Gegenden entdecken: Im Alentejo entdecken Besucher archäologische Fundstätten von Megalithen (Menhire, Dolmen, Steinkreise), gemütliche Pensionen und gute Küche. Es gibt kaum eine bessere Umgebung, um sich von der Betriebsamkeit des Alltags zu erholen, denn einer der grössten Vorzüge der Provinz Alentejo liegt in ihrer Ausdehnung: Auf einer Fläche von 27000 km² leben gerade mal eine halbe Million Menschen, was einer Dichte von 18 Einwohnern pro km² entspricht. Man kann sich also sicher sein, dass man Augenblicke der Ruhe hier ungestört geniessen kann.
Beschaulichkeit pur
Eine erste Kostprobe davon bekommt die Besuchergruppe auf dem Gut «Cantar do Grilo», dem Gästehaus von Felix Ott in Serpa: «Schauen Sie sich die Weite bei Sonnenuntergang an, und Sie fühlen sich wie in Afrika», schwärmt der Schweizer, der seit fünf Jahren im Alentejo lebt, bei einem feinen Glas Weisswein. Seinen Gästen bietet Felix Ott ein reiches Angebot an Aktivitäten von Wanderungen bis zu Bootsfahrten auf dem Fluss Guadiana an. Aber vor allem empfiehlt er, die friedliche Gegend zu geniessen, Pause zu machen und einmal auf jegliche Aktivität zu verzichten. Wie Felix Ott wissen viele portugiesische Landbesitzer Landwirtschaft und Tourismus gut zu kombinieren. Auf dem Landgut «Herdade da Malhadinha Nova» wird Wein angebaut, Viehzucht und ein schönes Gästehaus mit Spa und Restaurant betrieben. Für Reitbegeisterte stehen Pferde zur Verfügung, und weniger Geübte können eine Kutschenfahrt geniessen.
Königliche Residenz
Nachdem das Reisegrüppchen den Charme des Hinterlandes hinter sich gelassen hat, tauchen die Besucher in die malerische Atmosphäre des Städtchens Evora ein, das jahrhundertelang königliche Residenz war und zum Unesco-Welterbe gehört. Unbedingt besuchen sollte man die königliche Kirche Sao Francisco mit ihrem gotischen Kreuzgang und der Knochen-Kapelle voller menschlicher Gebeine und Schädel. Ein unheimlicher Ort, der die Vergänglichkeit des Lebens bewusst machen soll… ein Ziel, das ganz bestimmt nicht verfehlt wird. Ein Spaziergang durch die Ladengässchen bringt jeden auf andere Gedanken: Hier werden typische Souvenirs aus dem Alentejo angeboten. Sehr gefragt sind geschmackvolle Artikel aus Kork, so etwa Rucksäcke, Schmuck oder Portemonnaies. Das war übrigens das Geschenk für Michelle Obama anlässlich des Portugal-Besuchs des amerikanischen Präsidentenpaars. Und Barack stand in nichts nach, erstand er doch ein Kork-Halsband – für seinen Hund!
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