Die Mongolei mit dem Töff erfahren
Ein tiefgreifendes Erlebnis
Die Wildnis und Weiten der Mongolei mit dem Offroad-Töff zu durchqueren, ist ein tiefgreifendes Erlebnis. Die Landschaften sind vielfältig und das Land bietet Begegnungen mit uralten Kulturen.
Es gibt Momente im Leben, da treffen Glück, Freiheit mit einem Schuss Abenteuer auf einen Punkt fokussiert aufeinander. Sie sind selten, geschehen sie aber, sind sie dermassen intensiv, dass sie unauslöschlich im Gedächtnis eingebrannt werden. Genau so erging es der Offroad-Motorradgruppe am fünften Tag ihrer Reise durch die wilde Mongolei. Sie durchfuhren ein weites Flusstal mit Wäldern, grasenden Yakherden und Wiesen voller Edelweiss. Keine Zäune, keine Verbotsschilder, nur grenzenlose Weite umrahmt von einem stahlblauen Himmel.
Während unten im Talboden die beiden Begleitjeeps Staubwolken hinter sich herzogen, erklommen die Motorradfahrer die Gipfel der Hügelzüge, tauchten in weiten Kurven hinunter in die Seitentäler um dann an bizarren Felsformationen vorbei den nächsten Gipfel zu erfahren. Motorisiertes Freeriding der besonderen Art. Der wilde Ritt durch die bezaubernde Gegend verlief an diesem Tag nicht ohne Zwischenfälle. Kurz vor dem Jurtencamp Tsenkher mit den heissen Mineralquellen erwischten zwei Fahrer einen Plattfuss. Schnell und unkompliziert, wie es sich für Mongolen gehört, behoben die Mechaniker den Schaden und zwei Stunden später sassen die von den Anstrengungen des Tages gezeichneten Ritter der Steppe im 40 Grad heissen Quellwasser und liessen die Erlebnisse des Tages Revue passieren.
Abwechslungsreiche Etappen
Mit der Motocrossmaschine quer durch die Mongolei zu fahren, dürfte wohl eines der exklusivsten Abenteuer auf Rädern dieser Zeit sein. Je nach Fahrkönnen kann die Route von Jurtencamp zu Jurtencamp leichter oder schwerer gewählt werden. Da in der Weite der Steppe kaum Menschen anzutreffen sind und auch die Natels meist nicht funktionieren, ist es wichtig, in den Begleitfahrzeugen die eigenen Mechaniker sowie genügend Treibstoff und Lebensmittel dabei zu haben.
Angekommen in der Mongolei, ist eines wichtig: man muss die westlichen Standards zu Hause lassen. Was kein Problem ist, weil man sich ja in die Wildnis begibt. Übernachtet wird in den komfortablen Jurtencamps – dort gibts alles, was müde Biker wieder munter macht. Köstlich ist die mongolische Küche mit viel würzigem Fleisch. Und kalt duschen macht auch nichts, Hauptsache der Staub des Tages kann gründlich runtergewaschen werden.
1000 km Offroad
In sieben Tagesetappen führte die Töffreise auf den Suzukis RMZ 400 durch die Regionen Selengen, Bulgan, Arkhangai, Övörkanghai und Töv. Etwas Erfahrung im Offroad-Fahren ist empfehlenswert, da über 1000 km durch die Steppe und teils steile Pässe gefahren wird. Dabei versteht sich, dass die Fahrer mit kompletter Motocrossausrüstung unterwegs sind, denn besonders bei Regenfällen sind Stürze keine Seltenheit. Übermut zahlt sich in der Wildnis nicht aus, denn medizinische Hilfe ist nicht schnell vor Ort.
Die unendlichen Weiten der Mongolei mit ihren freundlichen Nomaden vom Sattel des Töffs aus zu entdecken, ist ein unglaubliches Erlebnis. Die Landschaften wechseln ständig, die fahrerischen Herausforderungen halten die Töfffreaks wach, besonders wenn es mit über 80 km/h über die flache Steppe geht oder tückische Flüsse zu durchqueren sind. Man passiert Täler voller Blumen, schlängelt sich einen Wald hoch, kurvt über Sanddünen oder balanciert über Geröllfelder.
Unterwegs warten viele Attraktionen wie etwa die Buddhaklöster von Karakorum und Amarbayasgalant, die erloschenen Vulkane von Uran Togoo oder die Minenstadt Erdenet. Und wer das Glück hat, einem Naadam-Fest mit den spektakulären Pferderennen, Bogenschiessen und Ringen beizuwohnen, bekommt einen Eindruck davon, wie vielfältig die Kultur dieses faszinierenden und naturverbundenen Steppenvolkes ist. In der Wildnis der Mongolei ist die Zeit stehen geblieben. Wer die Schönheit der Natur, etwas Abenteuer und die Genügsamkeit mag, der kehrt immer wieder gerne dorthin zurück – sei es mit dem Motorrad, zu Fuss oder auf dem Rücken eines schnellen Mongolenpferdes.
Gut zu wissen

