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Wer über eine Standheizung verfügt, kann sich das Eiskratzen ersparen.
Emmen, 17. November/2011
Der TCS hat verschiedene handelsübliche Systeme und Produkte zur Erwärmung des Fahrzeuginnenraumes und zur Scheibenenteisung getestet. Es hat sich gezeigt, dass die konventionelle Standheizung weiterhin die beste Wahl ist, um ein Fahrzeug zu wärmen und von Eis zu befreien.
Im Winter werden wieder viele Automobilisten die Scheiben ihrer Fahrzeuge mit dem Eiskratzer von der Eisschicht befreien. Wer diese winterliche Mühe nicht auf sich nehmen möchte, kann den Einbau einer Standheizung in Erwägung ziehen. Der TCS verglich die Eigenschaften der konventionellen Standheizung mit alternativen Systemen wie einem elektrischen Standheizungssystem und einem Akku-Scheibenenteiser und unterzog auch verschiedene Standheizungssysteme einem Produktvergleichstest.
Test in der Klimakammer
Um die unterschiedlichen Systeme unter gleichen Bedingungen testen und bewerten zu können, wurde in einer Klimakammer der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt (EMPA) ein winterliches Szenario simuliert: Als Testfahrzeug wurde ein Toyota Prius mit einer vorgängig vereisten Frontscheibe einer Temperatur von –7° Celsius und einem konstanten Luftzug ausgesetzt Diese Versuchsanlage sollte die Testprodukte an ihre Leistungsgrenzen bringen. Verglichen wurden die Standheizung des Fahrzeugs (Webasto Thermo Top Evo 5), eine elektrische Luftheizung (DEFA Termini 1850) und ein Akku-Scheibenenteiser von ivt. Um den Temperaturanstieg im Innenraum beurteilen zu können, wurden verschiedene Temperaturfühler installiert.
Aufheizen des Innenraums
Unter den drei vom TCS verglichenen Techniken bietet die traditionelle Standheizung, die mit dem im Fahrzeug vorhandenen Treibstoff betrieben wird, die beste Garantie innerhalb einer halben Stunde zu einem temperierten Interieur und einer sauber enteisten Windschutzscheibe zu kommen. Diese Technik wärmt gleichzeitig über den Kühlkreislauf auch den Motor vor. Die mit der Note «empfehlenswert» ausgezeichnete elektrische Standheizung erwies sich als ähnlich wirkungsvoll. Sie hat den grossen Vorteil, dass lokal keine Schadstoffemissionen entstehen, braucht aber einen 230 V Anschluss in der Nähe. Einfacher ist der Akku-Scheibenenteiser, der warme Luft produziert und weniger überzeugen konnte. Die Kapazität der Batterien genügt nicht, um den Innenraum aufzuheizen. Seine ökologische Bilanz ist jedoch positiv.
Mehr Treibstoffverbrauch
In einem weiteren Test wurden die mit dem Treibstoff der Fahrzeuge gespeiste Heizungen untersucht, die vergleichbare Leistungen zeigten. Die vier Modelle von Webasto und Eberspächer erhielten alle ein «empfehlenswert» obwohl sich die Produkte von Webasto leicht absetzen konnten. Im Übrigen konnte ein Test die Werbeversprechen nicht bestätigen, dass die Standheizungen den anfänglichen Mehrverbrauch durch eine schnellere Erwärmung des Motors kompensieren. Ein nicht vorgewärmtes Autoverbrauchte auf dem Normzyklus (11 km) 0,81 l Benzin. Das gleiche Fahrzeug, aber vorgewärmt, verbrauchte 0,71 l. Zu dieser Menge kommen aber noch die 0,28 l hinzu, welche die Standheizung (25 min) benötigte. Das ergibt in der Schlussabrechnung einen Mehrverbrauch von 0,2 l. Dieses mässige Resultat erklärt sich vor allem dadurch, dass moderne Fahrzeuge eine sehr kurze Warmlaufphase haben. Bei gleichen Bedingungen (–7 Grad) produziert eine Standheizung nur geringe CO und HC-Emissionen. Allerdings haben sich die NOx-Emissionen im Fahrzyklus des Autos praktisch verdoppelt. Bei der Dieselversion stiegen die Partikelemissionen an. Die elektrische Heizung DEFA hat einen deutlich besseren Einfluss auf Emissionen und Verbrauch. Dieselfahrzeuge können übrigens mit einem sehr günstigen Aufrüstkit ihre Zuheizer zu Standheizungen aufrüsten.

Text: MOH/TCS B+B
Fotos: Tobias Gerber
Testfahrzeug in der Klimakammer bei –7° Celsius
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Versuchsaufbau in der Kältekammer
Standheizung auf dem Prüfstand
Computerunterstützte Messung der Standheizung
 
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